Der Kreativität freien Lauf lassen....

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Sonntag, 14. August 2011

Wie ich Alpakawolle kardiere


Heute möchte ich Euch zeigen,wie ich
Alpaka-Rohwolle kardiere.
Diese schönen Fasern in der Farbe "fawn" habe ich
von einem deutschen Alpakahof gekauft.


Wie man auf dem Bild sieht, ist es eine schöne,
gut gekrauste und feine Faser.
Ich kardiere mit einer Ashford-Kardiermaschine
mit Bürstenaufsatz.
Diese Maschine eignet sich auch sehr gut zum
Kardieren feinerer Fasern.


Zuerst sortiere ich mir einige kleine Faserbüschelchen aus,
die ich nebeneinander in die Faserzuführung lege.
Nicht zu viele auf einmal nehmen ,sondern lieber in kleineren,
kontinuierlich aufeinanderfolgenden "Schüben"
an die Bürste heranschieben.


Der Bürstaufsatz sorgt dafür,dass die Fasern schön
in die Walze gedrückt werden.
Trotzdem nehm ich immer mal wieder
die Handkarde und lasse sie während des Kurbelns
über die große Walze gleiten....
das ordnet die Fasern zusätzlich.




Wie man hier schön sieht,liegen danach die Fasern parallel.
So soll es sein!

Mit einer möglichst spitzen Pinzette sammle ich nach jeder
aufgebrachten Faserschicht schon mal
gröbere Verunreinigungen heraus.
Die Pinzette sollte so schmal sein,
dass man gut zwischen die Nadeln greifen kann.


Wenn ich genügend Fasern auf der großen Walze habe,
kann ich das Vlies abnehmen.
Dazu verwende ich den Abnehmstift.
Mit diesem geht man entlang der Metallkerbe
unter einen Teil der Fasern und
zieht den Stift vorsichtig senkrecht hoch.


Bei feinen und langen Fasern kann das schon
mal längere Faserzipfel geben,
bevor sich das Ganze trennen lässt.



Nun kann man das batt vorsichtig von der Walze abheben.
Manche rollen es über einer Bambusmatte ab....
ich mache das aber nicht.
Für kleinere festklebende Fasersträgelchen
nehme ich eine Stricknadel zur Hilfe....


...aber aufpassen,dass man die Nadeln der Walze
dabei nicht verbiegt!
Daher immer schräg zwischen die Nadelreihen schieben!



Nun liegt vor uns ein schon recht hübsches batt!
Da es aber noch einige Verunreinigungen und Knübbelchen enthält,
werde ich es nochmal durch die Maschine jagen.


Dazu teilt man das batt senkrecht in drei
oder vier gleich große Streifen.


Diese Streifen werden nun noch einmal durch die Maschine gegeben.


Vorher mache ich aber eben noch die kleine Walze
etwas sauber,damit ich mir nicht
evtl. die Flusen darauf wieder einkardiere.
Bei dieser qualitativ guten Alpakawolle ist aber
nur sehr wenig auf der kleinen Walze hängen geblieben!


Nun die einzelnen Streifen des batts wieder in die Faserzuführung geben.
Darauf achten,dass der Streifen etwas breit gezogen wird.


Er soll ja möglichst gleichmässig auf
die gesamte Breite verteilt werden.
Alle drei Streifen erneut kardieren und evtl. auch
nochmal mit der Pinzette Strohteilchen herauszupfen.


So sieht das Ganze dann nach zweimaligem Kardieren aus.
Diese Fasern sind schon relativ schön....manche anderen
muss man aber drei,vier oder sogar fünf Mal kardieren.


Das fertige batt wieder wie oben beschrieben abheben
und ich persönlich lege sie dann zu solchen "Rollen" zusammen.


Dazu legt man die zipfeligen Enden des batts nach innen.



Dann rollt man das Ganze fest zusammen....


...und erhält eine hübsch anzusehende "Rolle"....


...hier von der Seite zu sehen.



Wer mag, kann noch eine selbst gestaltete Banderole
drumherum befestigen.
Ganz praktisch,wenn die batts verschenkt werden sollen
oder,-wie bei mir oft-, länger herumliegen
und ich dann nicht grübeln muss,
was ich da zusammenkardiert habe.

Nun wünsche ich Euch viel Freude bei Euren Kardierversuchen!!!

Kommentare:

wiebke hat gesagt…

superschön dargestellt.klasse finde ich die bandarole!!
ich kann leider nicht mehr kardieren,wegen der stäube meldet sich das mein asthma sehr heftig.
aber ich habe es früher auch immer so ähnlich praktiziert.
liebe grüße wiebke

Siggi hat gesagt…

Nä, was ne Arbeit....O weiah!
Schön, dass Du mal einen Einblick gibst. Ist ja schon eine kleine Anleitung. Ein Tutorial sozusagen.

Liebe Grüße
Siggi

Carmen+Jack hat gesagt…

Vielen Dank für die ausführliche bebilderte Beschreibung!!!

Ich brauche nun "nur" ein Kardiertier!!

Liebe Grüße Carmen

carina hat gesagt…

oh danke für das tutorial!

ich habe alpakarohwolle zuhause und werde mich nun nach deiner anleitung im kardieren derselben versuchen!

einen superschönen blog hast du! und ich bewundere deine gleichmäßig gesponnene wolle - da brauch ich noch viel übung - bin blutiger anfänger ;o)

lg, carina

Sabine hat gesagt…

Sehr liebevoll beschrieben, tolle Bilder.
LG
Sabine

kreativa hat gesagt…

Danke, ich habe gerade die Nachricht erhalten, dass mein erstes Kardiertier (Rudi Raffzahn von Tom Walther) zu mir unterwegs ist. Ich habe das Kardieren noch nicht persönlich erlebt und bin gespannt, ob ich es hinbekomme ;-))). LG Ate

sabinci hat gesagt…

Vielen Dank!
Deine Anleitung hat mir supi bei den ersten Kardierversuchen geholfen....
Ein dickes Dankesbussi,
Grüßchen Sabine

Anonym hat gesagt…

Welche Nadeldichte auf der Kardiermaschine ist optimal für Alpakawolle? Es gibt diese Maschinen ja mit 36 und 72 ppi?
Danke

Teerose hat gesagt…

Alpaka ist eine recht feine Faser,
daher ist eine dichte Benadelung empfehlenswert.
Wer viel gröbere Rohwolle kardiert,fährt mit grober Benadelung besser.

Trudel hat gesagt…

Vielen dank für diese sehr gute Anleitung und die schönen Bilder.